28.4.2006
 Maria Wigo
 

 Spielplatzkinder !

 

Ein Nieselregen wie gelackt,
Besprenkelt dieses Feld,
Die Örtlichkeiten sind noch nackt,
Und sparsam , schwach erhellt!
 

Der Kinderspielplatz bleibt noch still,
Die Wippe ruhig steht,
Kein Kind das auf ihm spielen will,
Noch neblig, Dunstdurchwebt!
 

Die Schaukeln hängen grad und schlaff,
Kein Schwung bewegt sie quer,
Und nur dies quietschende -Kniff-Knaff- ,
Belebt das braune Flair!
 

Doch dann beim ersten Sonnenstrahl,
Verändert sich das Bild,
Da regt sich was in hoher Zahl,
Das unaufhaltsam quillt!
 

Mit Neugier durch die Stangen schaut,
Ein kleiner, scheuer Gast,
Ein weitres Dutzend sich jetzt traut,
Besetzt den nächsten Ast!
 

Zuerst verknittert und halb wach,
Noch zaghaft und genant,
So klettern sie aufs Spielplatzdach,
Bewachsen es rasant!
 

Sie stehn in Startlöchern bereit,
Nichts hält sie mehr zurück,
Verspielt und durch das Licht befreit,
Ahn ich , Millionen Stück!
 

Sie schubsen, kitzeln, drängeln sich,
Sie necken sich empor,
Und wo ein Knöspchen seitlich wich,
Drückt sich das nächste vor!
 

Sie Knubbeln sich auf jedem Stamm,
Gewellt, gedreht, geknickt,
Der Wind schiebt jetzt die Schaukeln an,
Ihr Holz auf Reisen schickt!
 

Die Knospen hin und her gewippt,
Fast könnte ich beschwörn,
Als beinah ihre Gondel kippt,
... Hab ich sie kichern hörn!
 

Der Übermut tönt ihr Gesicht,
Nun vielfach grün schattiert,
Entfalten Optik mit Gewicht,
Gezackt und neu frisiert!
 

Zur Seite, höher und nach vorn,
Erobern ihr Gerüst,
Und ist`s auch eng, kein Streit, kein Dorn,
Ein Blatt das andre küsst!
 

So jedes Blatt das Braun versüßt,
~ Reseda ~  ist gestärkt,
Sie haben auch den Mensch begrüßt,
Ich hab`s ,... habt ihrs bemerkt?
 

Bewusst seh ich dem Spielen zu,
Dem Reichtum ohne Preis,
Als ich ne Schaukel seh,  „Nun Du“,
So rauscheln sie mir leis!
 

Ich lache, folg dem Frühlingsbrauch,
Der Blätter, Lind bis Mint,
Die Teil geliebter Bäume auch,
Und ..... Spielplatzkinder sind!

            

 

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